Unterhalt für Ehegatten

Unterhalt für Ehegatten nach neuem Recht
Ein Tipp für Unterhaltsberechtigte
„Wenn heute jemand zu mir kommt und wissen will, wie viel Unterhalt ihm nach der Ehe zusteht, kann ich nur Antworten,: ´Das weiß ich auch nicht.´ Alles andere wäre unseriös.“ So mein Kollege Rechtsanwalt Voigt auf der Tagung Forum FamFG der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fulda im Mai 2010. Und das obwohl das neue Recht zu diesem Zeitpunkt bereits 1 Jahr und vier Monate in Kraft ist. Dies liegt daran, dass die Rechtsprechung noch keine klare Linie gefunden hat. Umso wichtiger ist Beratung durch eine Anwältin, die auf dem neuesten Stand ist.
Ein wegweisendes Urteil des BGH vom März 2010 wurde jetzt veröffentlicht.
Beim nachehelichen Unterhalt steht neben der Erwerbspflicht bei Kinderbetreuung die Frage der ehebedingten Nachteile im Mittelpunkt des Geschehens. Hatte der/die Unterhaltsberechtigte durch die Ehe Nachteile oder nicht. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun entschieden, dass es nicht genügt, zu bestreiten, dass keine ehebedingten Nachteile vorhanden sind, sondern konkret dargelegt werden muss, welche ehebedingten Nachteile die unterhaltsberechtigte Partei erlitten hat. Sie müssen also genau und konkret erklären, wie sich Ihre Erwerbstätigkeit und Karriere entwickelt hätte, wenn Sie nicht verheiratet gewesen wären und Kinder erzogen hätten oder im Betrieb des Partners mitgearbeitet hätten.
Sie werden sagen, dass Sie das alles nicht wissen. Ich sage Ihnen: „Sie haben mehr Ideen, als Sie denken.“
Und ich weiß, wie Sie diese Ideen hervorholen:
Sie machen ABC-Listen? Nie gehört? Eine völlig einfache Technik der Management-Trainerin und Bestseller Autorin Vera F. Birkenbihl:
Sie schreiben das Alphabeth senkrecht links auf ein Blatt. Oben drauf kommt das Thema: ehebedingte Nachteile
Sie schweifen mit Ihren Augen am Alphabeth rauf und runter und bei dem Buchstaben, zu dem Ihnen ein Wort einfällt, schreiben Sie es hin. Bloß nicht ordentlich von oben nach unten, so denkt unser Gehirn nicht. Es werden nur Zeilen ausgefüllt, zu denen Ihnen was einfällt, es dürfen auch mehrere Wörter in einer Zeile stehen.
Nach 2 Minuten können Sie aufhören, dann kommt nichts mehr, es sei denn, Sie schreiben außerordentlich langsam.
Diese Liste packen Sie nun in einen Umschlag und machen am nächsten Tag wieder eine. Von vorne, bitte. Ohne zu gucken, was Sie gestern geschrieben haben und ohne darüber nachzudenken, ob sich die Begriffe wiederholen. Wenn Sie das bis zu Ihrem Besprechungstermin bei Ihrer Anwältin jeden Tag mindestens einmal (gut wäre 3-5-mal) machen, sind Sie perfekt vorbereitet und werden sich wundern, was Ihnen alles eingefallen ist. Wenn Ihnen das als zu viel erscheint, können Sie auch Ihre Liste einfach irgendwo hinlegen, wo Sie sie mehrmals am Tag sehen und immer wieder ergänzen….
Probieren Sie aus, was Ihnen mehr behagt. Aber probieren Sie! Und Sie werden staunen.

Ich wünsche Ihnen dabei viele Erkenntnisse und bis demnächst
Ihre Christine Wessolleck


Eingestellt am 12.05.2010
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